Samstag, 25. Mai 2019
REISEfieber
Traumhafte Wanderung entlang der Nordkette des Karwendels

Österreich

Herrliche Naturerlebnisse


Geradezu traumwandlerisch verläuft der Goetheweg entlang der Nordkette des Karwendels: Vom Hafelekar bis zur Pfeishütte windet er sich auf exponierten Pfaden um stattliche Gipfel. Er gewährt dabei stets faszinierende Blicke hinunter auf die Landeshauptstadt Innsbruck und den Inn. Belohnt werden die Wanderer außerdem mit weitreichenden Ausblicken auf die gewaltigen Gebirgsketten des Karwendels, hinüber ins Wipptal und ins Stubaital. Der König der Dichter hat zwar nie einen Fuß auf diesen grandiosen Höhenweg gesetzt - er durfte das Karwendel nur aus dem Fenster der Postkutsche bestaunen. Aber so viel steht fest: Diese opulente Höhenwanderung hätte ihm gefallen.


oesterreich


DEM GOLDENEN KäFIG ENTFLIEHEN

Schwierige Liebschaften, ein vorübergehendes Abflauen von Sturm und Drang und wohl das Gefühl, am Hofe Weimars irgendwie in einem goldenen Käfig gefangen zu sein, veranlassten den wortgewandten Frauenhelden zur wohl berühmtesten aller Kavaliersreisen - seiner Reise nach Arkadien. Dies war damals bei jungen Adligen und Künstlern durchaus en vogue. Goethe schaffte es auf dieser beschwerlichenReise bis nach Sizilien, bestieg unterwegs die Vulkane Vesuv und ätna und kehrte erst zwei Jahre später wieder nach Deutschland zurück. Somit scheint es nicht verwunderlich, dass das Hotel- und Gasthaus Alter Wirt in Wallgau mit dem Genie wirbt, sich Mittenwald eines Goethe-Hauses erfreut und auch Innsbruck, die - wenn auch nur kurze - Präsenz des inkognito Reisenden Goethe werbewirksam nutzt.


EIN ARCHITEKTONISCHES HIGHLIGHT ZUMAUFTAKT

Die Reminiszenz an Goethes Reise ist ein wunderschöner Wanderweg. Eigentlich startet der Goetheweg ja hoch oben am Hafelekar, doch bereits der Aufstieg oder die Auffahrt mit der Gondelbahn von der Hungerburg ganz unten beschert einen außergewöhnlichen Höhepunkt: Die stylischen Rundungen der Gondelstation stechen positiv ins Auge. Die Glaskonstruktion trägt untrüglich die Handschrift von Zaha Hadid, der im Jahr 2016 verstorbenen britisch-irakischen Stararchitektin. Sie ließ sich bei ihrem Entwurf in ihrer klaren Formensprache erkennbar von Eis- und Schneelandschaften inspirieren, ein architektonischer Leckerbissen und sicherlich ein Meisterwerk - vor allem, wenn die Station in der Nacht illuminiert ist und in voller Pracht erstrahlt - und ein fulminanter Auftakt für den Goetheweg. ...


ÜBER DEN DäCHERN VON INNSBRUCK

Unten leuchtet der mächtige Inn wie ein metallenes Band. Unter den reflektierenden Dächern erahnt man die geschäftige Universitätsstadt Innsbruck. Südwärts umschifft der Steig die 2334 Meter hohe Hafelekarspitze und die 2317 Meter hohe Gleirschspitze. Zum Gleirschjöchl führen ein paar Kehren auf einem steilen Felsenpfad hinab. Immer noch südseitig geht es eben dahin bis zur Mühlkarscharte. Klettertaugliche Tiroler Bergschafe in Weiß, Braun und Schwarz säumen gemütlich schmatzend die sattgrünen Matten. Der Schäfer mit seinem wettergegerbten Gesicht sitzt völlig tiefenentspannt auf einem Grasbuckel. Dann wechselt die Route in den kargen Norden, führt weiterhin vorbildlich beschildert über riesige Schutthalden mit einer geradezu erschlagenden Weite hinüber zur Zugspitze. Ein erneuter Schwenk gen Süden führt uns auf stolze 2267 Meter hinauf zur Mandlscharte, dem höchsten Punkt der Tour. Direkt vor uns türmt sich der 2366 Meter hohe Gipfel auf, der sich ohne allzu große Mühe noch erklimmen lässt. ...


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