Mittwoch, 17. Juli 2019
REISEfieber
FRANKREICH - Naturwunder in der Ardèche und der Provence

Frankreichs SÜDEN

Naturparadies mit viel "Savoir-vivre"


Schon van Gogh und Cézanne schwärmten von dem ungewöhnlichen Licht im wilden Süden Frankreichs. Diese charakteristische Stimmung lässt sich während einer "langsamen" Genussreise mit dem Auto, dem Wohnmobil oder am besten per pedes ganz besonders gut erleben. Wir reisen einmal quer durch die wundervolle Provence, immer entlang der Ardèche. Als grobe Orientierung dient uns dabei der Routenverlauf des "Ardéchois", einem der größten Radrennen der Welt.


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IM FARBENRAUSCH EINES MOHNBLUMENFELDES

Der verbeulte Renault-Kastenwagen legt eine Vollbremsung auf dem Kiesweg hin, die Steinchen fliegen nur so durch die Luft. Ein bärtiger Typ im Blaumann springt raus, stemmt die Fäuste in die Hüfte und brüllt: "Seid ihr denn alle noch bei Trost? Das ist ein Kornfeld und kein Spielplatz! Wie soll ich denn hier noch ernten, wenn ihr alles niedertrampelt?" Die Touristengruppe reagiert nur träge und bewegt sich langsam mit verträumtem Blick aus dem Mohnblumenfeld heraus. Das rote Blütenmeer hat sie fast vergessen lassen, dass auf dem Feld hauptsächlich Korn kurz vor der Ernte steht. Doch schon biegen weitereAutos in die Seitenstraße ein. Und wieder steuern Jung und Alt wie ferngesteuert auf die betörende Farbenpracht zu. Der Bauer streckt genervt die Hände gen Himmel und schüttelt den Kopf - doch dann zeigt sich fast ein Lächeln in seinem markanten Gesicht, als er - immer noch kopfschüttelnd - davonbraust. ...


AUFTAKT IN DER ARDÈCHE-REGION

Nach der langen Anfahrt auf der "Route du Soleil" wollen wir uns erst einmal die Beine vertreten. Gemächlich kurven wir über Annonay, Saint-Romain-d'Ay und Satillieu zum entlegenen Weiler Saint- Symphorien-de-Mahun. Unser Ziel ist das Maison d'Hôtes "La Chastanha". Das alte, stilvoll restaurierte Schulgebäude hoch oben am Hang wirkt mondän. Die jungen Besitzer Christophe und Catherine haben ihre Businessjobs hingeworfen und sich inmitten dieses Idylls einen lang gehegten Traum erfüllt: Christophe, der auch als Wanderführer arbeitet, zeigt uns die Gegend. Wir wandern über unzählige Hügel nach Veyrines und besichtigen eine bestens erhaltene romanische Kirche aus dem 12. Jahrhundert. Grüne Hügel so weit das Auge reicht. Auf dem Weg hoch zum 1146 Meter hohen Chiret zeigt uns Christophe frische Tierspuren, lässt uns an Blumen riechen und erklärt uns die heilenden Eigenschaften der Kräuter, die hier wachsen. ...


BESCHAULICHE ORTSCHAFTEN

Satillieu, Lalouvesc, Col du Marchand, Nozière - wir folgen der Route der "L'Ardéchoise" durch sattes Grün. Steinbrücken aus der Römerzeit führen uns über wilde Bachläufe. Opas stehen mit ihren Enkeln seelenruhig mit Angeln an der Brüstung und stellen den Forellen nach. Im Zentrum von Lamastre pausieren wir unter schattigen Platanen. Aus dem nächsten Dorfladen holen wir uns Baguette, Oliven, Ziegenkäse und Wildpastete. Wir schlemmen und beobachten Männer beim Pétanque-Spielen. Das ist nicht nur Boccia, wie wir es bisweilen als Zeitvertreib im Urlaub am Strand spielen. Das ist Passion und Präzision. ...


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