
Der Gedanke, eine „Vergnügungsfahrt auf hoher See“ zu veranstalten, wurde bereits vor fast 120 Jahren geboren. Schlechte Wetterbedingungen in den kalten Jahreszeiten führten damals zu weniger Buchungen im Transportwesen, was zu einer Überkapazität der Passage-Schiffe führte. Albert Ballin, der Hamburger Generaldirektor der HAPAG (Hamburg-Amerikanische-Paketfahrt-Aktiengesellschaft) hatte damals die Idee, die ungenutzten Schiffe für solche Seereisen einzusetzen und sie europäischen und amerikanischen Reiseagenturen anzubieten. Kritisch beäugt und belächelt von der Konkurrenz bot er in Zeiten, in denen das Meer noch als ein lebensbedrohlicher Ort galt, die ersten Vergnügungsreisen zu Schiff an. Die Kreuzfahrt war geboren!
DIE GEBURTSSTUNDE DER KREUZFAHRT
Am Morgen des 22. Januars 1891 stach die „Auguste Victoria“ als erstes auf diese Art zweckentfremdete Schiff in See. Die sechswöchige Seereise mit 13 geplanten Landausflügen im Mittelmeerraum wurde von Albert Ballin persönlich perfekt organisiert. Er ließ es sich auch nicht nehmen, die Reise an Bord mitzuerleben. Auf Höhe von Cuxhaven veröffentlichte man die erste Bordzeitung, ebenfalls eine Novität, wie eine Schiffsreise dieser Art künftig ablaufen sollte: „Für die Zeit der Reise bilden die Passagiere ein Gemeinwesen unter sich, abgelöst von den gewohnten Beziehungen, befreit von Sorgen und Lasten des Amts und der Geschäfte und nur auf sich selbst angewiesen.
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