Mittwoch, 23. August 2017
REISEfieber
KROATIEN - Segeln in einem der schönsten Reviere Europas

Ein Törn durch die herrliche Inselwelt Dalmatiens

Segelparadies Kroatien


Mittlerweile ist es zu einer festen Tradition geworden, auf die keiner verzichten möchte: Eine Woche im Jahr gehört uns. Ein Katamaran wird gechartert und los geht unser Männertörn. In diesem Jahr erfüllen wir uns einen schon lange gehegten Traum: Kroatien, genauer gesagt ein Segeltörn mitten hinein in die fantastische Inselwelt Dalmatiens, die wegen ihrer unzähligen kleinen und größeren Inseln, ihren herrlichen Häfen und idyllischen Buchten zu einem der Top-Segelreviere im gesamten Mittelmeer zählt.


kroatien


SONNE, MEER UND EIN KATAMARAN VON THE MOORINGS

Eine 08/15-Segelyacht wollen wir nicht chartern, nein, für die Herrschaften muss es schon etwas Besonderes sein: ein 39-Fuß-Katamaran namens "Vana" von The Moorings, entworfen und gebaut vom renommierten Schiffsbauer Robertson & Caine, nagelneu und mit allem Komfort ausgestattet, den man sich auf einer Segelyacht nur vorstellen kann - Klimaanlage, Espresso- und Eismaschine inklusive. Die Moorings-Basis in der Marina Agana befindet sich nur ein Stück entfernt vom wunderschönen, malerischen Dorf Marina, das für seine Vielzahl von Tavernen und Restaurants bekannt ist, die ausgezeichnete Meeresfrüchte und traditionelle kroatische Küche auf den Teller bringen. Schnell finden wir geeignete Parkplätze direkt vor dem Büro von The Moorings, in dem ich zusammen mit der extrem sympathischen und zuvorkommenden Danijela den Papierkram erledige, während die Jungs das Gepäck inklusive Proviant an Bord bringen. Ein Katamaran hat unter anderem den Vorteil, über viel Stauraum zu verfügen, und so ist es kein Problem, unseren überdimensionierten Proviant, der unter anderem aus 300 Dosen Bier und 40 Flaschen Wein von den Schnapsflaschen gar nicht zu reden - besteht, fachgerecht zu verstauen und eine erste Versorgungseinheit in dem für ein Segelboot riesigen Kühlschrank einzukühlen. Dass der Kühlschrank groß genug ist und gut funktioniert, ist für die Moral an Bord extrem wichtig und erstickt eventuell aufkommende Meutereien schon im Keim, das kann ich aus meiner langjährigen Erfahrung als Skipper mit Gewissheit sagen. Der Kat von The Moorings ist zusätzlich sogar mit einem Gefrierschrank ausgerüstet! An gut gekühlten Getränken wird es uns also nicht mangeln.


INSEL BRAC VORAUS!

Schnell kommen wir Brac näher und beschließen, das romantische Städtchen Milna, das eigentlich Ziel unserer ersten Etappe gewesen wäre, an Backbord zu lassen, um auf die andere Seite der Insel weiterzusegeln. Hier soll eine landschaftlich herrliche Bucht mit dem Namen Osibova liegen, in der wir übernachten wollen. Denn schließlich ist es bei uns an Bord Tradition, den ersten Abend gemeinsam mit Kochen, Essen, Trinken und natürlich Quatschen zu verbringen. Der Schiffsverkehr in der Durchfahrt zwischen den Inseln Brac an Backbord und Solta an Steuerbord ist beachtlich und so müssen wir etliche Manöver fahren, um dem Berufsschiffsverkehr, der leider immer Vorfahrt hat, nicht in die Quere zu kommen. Aber dann ist es geschafft, wir bergen die Segel und nehmen unter Motor Kurs auf unsere Bucht. Als wir die tief in die Insel einschneidende Bucht Osibova erreichen, stellen wir erfreut fest, dass das Hafenhandbuch uns nicht zu viel versprochen hat: Inmitten der Bucht, nahe einer kleinen Kapelle fällt der Anker auf drei Meter Tiefe und der Schlickboden sowie unsere 50 Meter lange Kette sorgen dafür, dass der Anker perfekt eingefahren werden kann und somit eine ruhige Nacht vor uns liegt. Kaum ist das Ankermanöver beendet, gehen wir zum gemütlichen Teil des Segeltages über: Nach einer leckeren Bruschetta gibt es Spaghetti Bolognese, dazu frische Salate und Rotwein. Unser erster Abend an Bord verläuft extrem harmonisch - das nennt man Seemanns Freud. Ein Blick auf meinen Wetterbericht für den nächsten Tag genügt, um zu wissen, dass morgen das Gegenteil davon stattfinden wird: Seemanns Leid, denn ein Sturmtief wird genau über die Insel hinwegziehen.


IVOS STEAKS RETTEN DIE SITUATION

Wie befürchtet prasselt bereits am frühen Morgen der erste Regen auf uns herab, der Wind bläst in starken Böen und an Auslaufen ist in nächster Zeit nicht zu denken. Natürlich leidet die Stimmung an Bord, obwohl uns das großzügig überdachte Heck des Kats trotz des starken Regens erlaubt, draußen gemütlich zu frühstücken. Auch wenn ein Skipper nichts für schlechtes Wetter kann, fühlt er sich immer verpflichtet, für seine Mannschaft das Beste aus jeder Situation zu machen. Da fällt mir mein Freund Boni ein, der ein Ferienhaus auf Brac nahe der Stadt Supertar besitzt und kürzlich zu mir sagte: "Ruf mich unbedingt an, solltest du auf meiner Insel sein. Ich nehme mir gerne Zeit und zeige euch das beste Restaurant der Welt." Schon zücke ich mein Handy und rufe ihn an. Drei Stunden später fährt ein Großraumtaxi hinunter in unsere kleine Bucht und parkt wie vereinbart direkt an der kleinen Kapelle. Wir nutzen die Regenpause, um mit unserem Luxus-Dingi trockenen Fußes überzusetzen. Petar stellt sich als guter Freund von Boni vor und bringt uns zu einem kleinen Caf in Supertar, in dem Boni bereits auf uns wartet. Nach einer herzlichen Begrüßung und einem Cappuccino fahren wir ins Inselinnere in ein kleines Dorf namens Donji Humac. Boni schwärmt schon die ganze Fahrt über von der "Kopacina Gornji Humac": "In diesem Restaurant gibt es riesige Steaks von heimischen Rindern, die auf offener Buchenholzkohle gegrillt werden. Für diese Steaks ist mein Freund Ivo Jugovic in ganz Kroatien berühmt!" ...


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