Dienstag, 24. Oktober 2017
REISEfieber
ÖSTERREICH - Auf dem KAT-Walk durch die Kitzbüheler Alpen

Wandern mit Suchtpotenzial

Abenteuer in den Alpen


Wer bei Anni Waltl auf der Winterstelleralm ankommt, hat viel hinter sich. Im sportlichsten Fall sechs Tagesetappen mit 106 Kilometern und 6.400 Höhenmetern - An- und Abstieg zusammengerechnet. Denn so lang ist der KAT-Walk Alpin, der über die Grasberge der Kitzbüheler Alpen führt, immer auf der Sonnenseite von Hopfgarten im Westen bis nach St. Ulrich im Osten. Seit diesem Sommer kann dieser Weitwanderweg auch in kürzeren Varianten als "Rundum-Sorglos-Paket" mit Gepäcktransport gebucht werden. Neben der Kompaktversion mit fünf Etappen gibt es die Möglichkeit, nur den ersten oder den letzten Teil zu gehen.


kitzbueheler-alpen


AUF DERWINTERSTELLERALM KEHRT JEDER EIN

Auch wenn es von der Winterstelleralm auf 1.423 Meter Höhe nur noch eine gute Stunde bis zum Ziel in St. Ulrich ist, genießen viele hier oben ein kühles "Wanderbier" und nehmen vom Logenplatz am Berg noch einmal den herrlichen Weitblick in sich auf, für den der KATWalk auf all seinen Etappen bekannt ist. Bei Anni schaut man hinab auf den Ort und hinüber zu den Loferer Steinbergen - das letzte und zugleich schönste Bild, das der Laufsteg durch die Kitzbüheler Alpen als Erinnerung für die Wanderer zu bieten hat. Drei Stunden vorher war der Baumooskogel (1.506 Meter) noch der Star: Bei guter Sicht kann man vom Gipfel aus fast auf den kompletten Weg zurückschauen, der von der Hohen Salve (1.829 Meter)über den Gaisberg (1.770 Meter) bis zur Ehrenbachhöhe (1.802 Meter) und dem Kitzbüheler Horn (1.996 Meter) die schönsten Aussichtsgipfel miteinander verbindet. Stiller Begleiter ist unterwegs immer der Wilde Kaiser - mal mit, mal ohne Wolken vor dem markanten Felsgesicht. Zum Schluss steht er mit seinem eher unbekannten Nordost-Profil Spalier. ...


KAT-WALK KOMPAKT

um Glück gibt es ja Bergbahnen, die bei Bedarf vieles erleichtern. Besonders auf dem KAT-Walk-Kompakt. Er bietet an vier von fünf Wandertagen die Wahl zwischen Gehen und Schweben. Die meisten, die in Hopfgarten starten, lassen es gemütlich angehen, nehmen die Gondel bis zur Mittelstation und beginnen ihren Marsch dann direkt im Almengebiet, das sich unterhalb der Hohen Salve erstreckt. Von hier aus braucht man nur noch anderthalb Stunden bis hinauf zum schönsten Aussichtsberg der Kitzbüheler Alpen. Man sollte unbedingt im stylischen Gipfelrestaurant einkehren und bei leckeren Salaten, bei Knödel, Kaiserschmarrn und Co. den 360-Grad-Rundumblick genießen! Bis sich das Lokal einmal um die eigene Achse gedreht hat, ist man wieder bereit für neue Abenteuer. Und auch der Rucksack - sofern nicht direkt am Tisch, sondern auf der fixen Fensterbank abgelegt - erscheint wieder in Griffweite. Danach kann man noch einen Blick in österreichs höchstgelegene Wallfahrtskirche werfen, die im Jahr 1589 erstmals erwähnt wurde. Sie ist Johannes dem Täufer gewidmet und zog Heerscharen von Pilgern an, die sich von Johannes nicht zuletzt Linderung bei Kopfleiden versprachen.


ERFRISCHUNG HOCH ÜBER DEM MEERESSPIEGEL

Der Wind weht. Auch das macht den Kopf ganz sicher frei. Über malerische Steige führt der Weg am Salvensee vorbei zum Filzalmsee. Vielleicht kurz ins Wasser springen und ein Bad mit Bergblick genießen? Zum Ziel der ersten Etappe in Brixen im Thale gelangt man dann entweder zu Fuß oder aber mit der Gondel. Am nächsten Tag geht es über Wiegalm und Gaisberg nach Kirchberg, bevor auf der darauffolgenden Etappe die Ehrenbachhöhe als höchster Punkt des KAT-Walks lockt. Kurz vorher treffen die "Kompakt- Wanderer" hier auf die "Alpin-Wanderer". Letztere waren einen Tag länger unterwegs und sind von Hopfgarten über Kelchsau durchs Windachtal nach Aschau gelaufen - durch wunderbare Abgeschiedenheit, in der die Frage "Bergbahn - ja oder nein?" nicht aufkam, denn es gibt in dieser Einsamkeit keinen Lift und auch keine Gondel. Ab jetzt ist die Strecke für alle dieselbe: Man rastet im Hahnenkamm- Stüberl (einem von mehreren Bergrestaurants, aber allein wegen des Namens ist eine Einkehr fast schon Pflicht) - und beginnt den Abstiegüber die legendäre Streif hinunter nach Kitzbühel. Unglaublich steil! Mit bis zu 85 Prozent Gefälle flößt die Streif sogar Respekt ein, wenn man sie vorsichtig zu Fuß hinuntergeht. Und plötzlich wird klar, wieso Ski-Profis reine Muskelpakete sind und wozu sie den dreifachen Oberschenkelumfang brauchen. ...


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