Mittwoch, 14. November 2018
REISEfieber
HONGKONG - eine Metropole der Gegensätze

Mit der Metro ins Outdoor-Abenteuer

eine Metropole der Gegensätze


Die Sieben-Millionen-Mega-Metropole Hongkong vibriert rund um die Uhr: Sie ist laut, hektisch und häufig totalüberfüllt. Doch schon ein paar Metrostationen vom Zentrumentfernt finden Biker grandiose Trails, Hiker epischeTrekkingrouten, Kanuten und Surfer steile Wellen in karibisch anmutenden Buchten. Was kaum jemand weiß: Hongkong ist ein verkanntes Outdoor-Paradies.


hongkong


SHOP TILL YOU DROP

Rolex, Breitling oder Cartier? Ein maßgeschneiderter Anzug über Nacht gefertigt? Oder vielleicht doch lieber eine Massage? Den zahlreichen Händlern an der Ecke Nathan und Haiphong Road bleiben ihre eigenen Werbesprüche fast im Halse stecken, als sie uns erblicken. Hongkong-Touristen mit Wanderrucksäcken, Trekkingstöcken und festem Schuhwerk sehen sie hier an der Ecke Kowloons wohl eher selten. Kein Wunder, denn schließlich hakt der klassische Hongkong- Tourist gewöhnlich ein komplett anderes Programm ab: "Shop till you drop" in den Edelboutiquen der Salisbury-Road, Sightseeing auf dem Wasser mit der alten "Star Ferry" und natürlich ein Streifzug durch das pralle Nachtleben von SoHo. "Dass Hongkong neben seiner weltberühmten Skyline auch landschaftlich betörend schöne Wanderrouten bietet, dürfte selbst in Insiderkreisen noch immer ein Geheimtipp sein", erzählt uns Gabi Baumgartner von "Walk Hong Kong".


HONGKONG ISLAND

Die 45-jährige Schweizerin Gabi lebt schon seit über einem Jahrzehnt in Hongkong und zeigt uns heute die grüne Seite der Stadt. Dann mal los: Leib an Leib zwängen wir uns in die Metro und sausen von Tsim Sha Tsui tief unter dem Südchinesischen Meer hinüber nach Hongkong Island. Mit der Peak Tram, einer Schweizer Zahnradbahn aus demJahre 1888, rattern wir derart steil bergauf, dass Touristen serienweise einer optischen Täuschung erliegen und glauben, die Hochhäuserwürden zum Hang hin kippen. Bald schon sind wir auf Augenhöhemit dem prächtig schillernden Glaspalast der Hongkong Bank, den in die Wolken ragenden Türmen des International Finance Centres, und können den Bankern in Sir Norman Fosters stilbildendem Prachtbau der HSBC auf die Finger schauen. Ganz oben auf dem Victoria Peak reicht der Blick dann wieder hinüber nach Kowloon. Im zweitgrößten Containerhafen der Welt wuselt es wie in einem Ameisenhaufen. Das brandneue vollverspiegelte ICC, das International Center of Commerce, brennt im Sonnenlicht wie eine Fackel. "Das erst 2011 eröffnete und mit 484 Metern höchste Bauwerk Hongkongs beherbergt in den unteren Etagen einen futuristischen Shopping-Tempel. Ganz oben lockt das Ritz-Carlton mit den am höchsten gelegenen Hotelbetten der Welt. ...


HONGKONG TRAIL

Wir können uns an der spektakulären Skyline kaum sattsehen, doch Gabi weist auf ein kleines, simples und in all diesem Trubel leicht zuübersehendes Holzschild: den Wegweiser zum Hongkong Trail. "Wir haben heute 50 Kilometer vor uns", erinnert sie uns an unser ehrgeizigesVorhaben. Der komplette Kosmos verwandelt sich plötzlich wie von Zauberhand, als wir uns aus dem Menschengetümmel der Großstadt endlich verabschieden. So massiv das urbane Hongkong den Horizont bestimmt, so abrupt verschwindet es auf dem Hongkong Trail aus dem Blickfeld". Gabi behält Recht, denn eine Weggabelung in das grüne Dickicht tropischer Vegetation wird zur Löschtaste für sämtliche Wolkenkratzer. Schon nach ein paar hundert Metern müssen sich Augen und Gehirn komplett umstellen. Die landschaftliche Schönheit des chinesischen Inselarchipels trifft einen unvermittelt. Und all das keine 30 Minuten nach der U-Bahnfahrt mit Heerscharen identisch-mürrisch dreinblickender Angestellter auf dem Weg in den Businessalltag Hongkongs - als würden einen Block nach der Wallstreet plötzlich die Malediven auftauchen ...


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