Mittwoch, 16. Oktober 2019
REISEfieber
BAYERN - Auf einer „Bierreise" unterwegs durch Franken

Fränkische Schweiz

Hier ist nicht nur das Bier zu Hause


Okay, meine lieben Freunde auf der anderen Seite des großen Teichs: Kaugummi, Hula-Hoop-Reifen und American Football sind eure Erfindungen. Aber, dass ihr auch das Land mit den meisten kleinen Brauereien - den sogenannten„Micro-Breweries" - sein wollt, das ist wohl eindeutig nicht mehr als ein müder PR-Gag und lässt sich problemlos in die mittlerweile ellenlange Rubrik der „Fake News" einordnen, denn diese Ehre gebührt einzig und allein den Bayern. Genauer gesagt den Oberfranken in der Fränkischen Schweiz, denn im bekannten Städtedreieck Bayreuth-Bamberg- Nürnberg sind 70 familiengeführte Brauereien auf einer Fläche von nur 2000 Quadratkilometern zu finden - und das ist Weltrekord!


bayern


EIN PARADIES FÜR BIERKENNER

Die Minibrauereien reihen sich wie Perlen an einer unsichtbaren Kette aneinander. Die Verbindungsrouten der Bierkeller, Biergärten und Gasthäuser, die häufig sogar auch ihr eigenes Bier brauen, ergeben ein herrliches Netzwerk für eine spektakuläre Bierrundreise. Prächtige Landschaften säumen diese Route, und so hat man stets die Option, die Wanderschuhe zu schnüren, sich aufs Rad zu schwingen und dann abends das eine oder andere wohlverdiente Bierchen zu genießen - die Fränkische Bierstraße steht für opulenten Genuss. Egal, wohin es einen in diesem Bermudadreieck der Bierbrauer verschlägt: Die nächste Brauerei ist niemals fern. Steil winden sich die malerischen Straßen über Kuppen, Hügel und Felsgipfel des Frankenjuras. Sie passieren Felder, Streuwiesen und Flussauen.
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AUF DEN SPUREN LUDWIG TIECKS

Wir starten in Ebermannstadt, folgen gewissermaßen den Spuren Ludwig Tiecks, der über seine Reise ins „Muggendorfer Gebürg" bereits im Jahr 1793 Folgendes berichtete: „Hinter Ebermannstadt reitet man immer noch durch ein äußerst romantisches Tal, durch das sich die Wiesent in vielen Krümmungen schlängelt - es ist eine Gegend, die zu tausend Schwärmereien einladet." Nach dem Ortsausgang halten wir uns in Richtung Beringersmühle und erreichen über Gasseldorf schließlich Streitberg. Oben am Hang dominiert die Ruine der Streitburg die liebliche Landschaft. Wir durchqueren das Lange Tal und die satten grünen Auen an den Ufern des Flusses Aufsess und landen um die Mittagszeit in Seelig. Hier steppt rein optisch betrachtet nicht gerade der Bär. Es gibt lediglich eine Handvoll Häuser - die wenigen Einwohner sind wahrscheinlich alle gerade beim Essen.
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DER ZAUBER DER „FRäNKISCHEN"

Nach einem bierseligen Tiefschlaf starten wir die zweite Runde über Neuhaus und bewundern in Drosendorf den 33 Meter hohen Turm der Gangolfskirche. Es folgen Schönfeld und Obernsees, bei Plankenfels treffen wir wieder auf die Wiesent und fahren weiter nach Waischenfeld. Der steile Wanderweg hoch zum „Steinernen Beutel", dem Wahrzeichen der Stadt, hat es in sich. Aber die Aussicht von den Resten der mittelalterlichen Burg hoch über der Wiesent ist die Strapaze allemal wert. Weit reicht der Blick über die „Fränkische" und auch tief hinunter in das Gassengewirr der vielen Fachwerkbauten bis hin zum gemütlichen Campingplatz Steinerner Beutel, auf dem unser Wohnmobil bereits eingeparkt auf uns wartet. Das ist wichtig, denn der Biergarten der Burgschänke hat - wie prognostiziert - einmal mehr eine magnetische Aura und zieht uns magisch an.
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