Mittwoch, 16. Oktober 2019
REISEfieber
USA - Das Paradies für Wanderer liegt in Utah

Utah

Ein Geniestreich der Natur


Schnurstracks fräsen sich scheinbar endlos lange Highways durch die blutroten Felslandschaften und offenbaren monumentale Canyons, majestätische Gipfel sowie unzählige Traumtrails für Wanderer, Mountainbiker und Hobbycowboys. Wo sich früher John Wayne und Clint Eastwood in den berühmtesten Western der Filmgeschichte balgten, wartet heute ein Roadtrip der Extraklasse auf Abenteurer.


utah


STARTPUNKT VEGAS

Aber alles der Reihe nach. Auch wir starten unsere Utah-Runde in Las Vegas. Nevadas Zockerparadies liegt strategisch am günstigsten als Startpunkt für die wundervollen Nationalparks im Süden Utahs. Nach einem knappen Standardprogramm in den Casinos auf dem Strip - nicht, dass uns die Glitter-Glamour-Metropole noch die Urlaubskasse ruiniert - cruisen wir auf dem Interstate 15 in knappen zwei Stunden nordwärts nach Utah. „It's a hell of a place to lose a cow", jammerten die gottesfürchtigen Mormonen, als sie einst nach Utah kamen. Sie lebten in ständiger Sorge um ihre Longhorn-Rinder und mussten permanent mit Indianerangriffen rechnen. Ein hartes Leben. Eigentlich ohne Raum und Zeit für einen schwärmerischen Blick auf die Landschaft. Dennoch nannten sie ihre Ansiedlung Zion nach dem Psalm 48,3 in der Bibel: „Schön ragt empor, eine Freude der ganzen Erde, der Berg Zion."
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EINE FLUSSWANDERUNG DURCH DIE „NARROWS"

Aber zurück zu unserer Flusswanderung in Watstiefeln. Jake und Ellen aus Ohio, Hiroshi und Megumi aus Japan und ganze Schulklassen aus diversen US-Bundesstaaten: Alle wollen stromaufwärts in Richtung Wallstreet. Dort trifft man allerdings keine Bänker mit Schlips und Kragen und auch der Dow Jones ist hier nebensächlich. Dafür ragen Sandsteinwände - enger zusammengedrängt als die Hochhausfluchten in Manhattan - bis zu 600 Meter in die Höhe und geben nur noch einen klitzekleinen Sichtschlitz auf den Himmel preis. Wathosen und Neoprenschuhe mit griffiger Sohle erleichtern das Vorankommen auf den glitschigen Steinen. Auch ein stabiler Wanderstock ist sehr hilfreich in den mitunter starken Strömungen des Virgin Rivers, der diesen Canyon über Jahrmillionen hinweg durch das Bergmassiv gefräst hat.
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AUS DER SCHLUCHT AN DEN ABGRUND

Ein kurzes hydraulisches Pfeifen, schon öffnet sich die Tür des Park- Shuttles an der Bushaltestelle Nummer 6 „The Grotto" für den zweiten Zion-Klassiker „Angels Landing". Wilde Truthähne und ein Rudel Rehe säumen den Pfad, der sich gleich zu Beginn hübsch steil in zahllosen Serpentinen durch die Felswand windet. Bis zur „Scout's Lookout" fordert der Trail in erster Linie unsere Wadenmuskulatur. Doch dann wird es luftiger und bisweilen auch adrenalinsteigernd exponiert. Und während ein Ranger mit anschaulichen Postern in Endlosschleifeüber die Wiederansiedlung von Kondoren referiert, weicht so manchem Wanderer beim Anblick des nach beiden Seiten hin jäh abfallenden Zuckerhuts die gesunde Farbe aus dem Gesicht. „Damned, oh my god", lauten die verzweifelten Kommentare. Viele rutschen in ihrer Not auf dem Hosenboden zurück und stellen meinen Entschluss, den Rückweg aufrecht gehend zu versuchen, extrem infrage. Die Schlüsselstellen wurden mit Eisenketten entschärft und gesichert, denn ein Landeplatz für Engel liegt nun mal irgendwie in den Wolken.
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