Sonntag, 12. Juli 2020
REISEfieber
Auf den Spuren großer Dichter und Denker durchs Salzkammergut

Österreich

Österreich: Von See zu See und von Berg zu Berg


Urlaub in den Bergen oder am Wasser? Im schönen Ausseerland, im Salzkammergut gelegen, ist das keine Frage. Denn hier gibt es beides und dazu viel Eleganz und Tradition mit ungewöhnlichen Geschichten. „Das Ausseerland ist eine Gegend für g'scheite Leut'. Denn die Blöden ärgern sich, wenn es regnet, und fahren von hier wieder weg." Diese Einschätzung stammt vomösterreichischen Burgschauspieler Richard Eybner, der fast ein halbes Jahrhundert seine Ferien im Ausseerland verbrachte. Er hatte also genügend Zeit, um sich mit dieser ganz besonderen RegionÖsterreichs eingehend zu beschäftigen.


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DAS „TINTENFASSL" ÖSTERREICHS

Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Lyriker Johann Christian von Zedlitz nach Altaussee. Später folgten ihm Joseph von Eichendorff, Adalbert Stifter und Hugo von Hofmannsthal. Auch Arthur Schnitzler, Johannes Broch und Johannes Brahms hinterließen ihre Spuren in dieser Gegend. Einige von ihnen - wie beispielsweise der Schriftsteller Jakob Wassermann oder später auch Friedrich Torberg, der eine ganz besondere Liebe zu dieser Gegend entwickelte, die er auch in einigen Arbeiten thematisierte - wohnten in feudalen Villen, andere, nicht so betuchte Literaten und Schauspieler, hingegen lebten eher bescheiden. Angesichts dieser bemerkenswerten Ansammlung von Geistesgrößen nannte der Schriftsteller Raoul Auernheimer diese Gegend das „Tintenfassl Österreichs". Es hat sich dabei eine klare Aufteilung ergeben: Die Schriftsteller logierten eher am Altausseer See, während am nahen Grundlsee viele Schauspieler wie etwa Paul Dahlke oder Romuald Pekny ihre zweite Heimat fanden. Diese Epoche ist zwar schon etwas her, genauer gesagt lange vorbei, aber die Spuren, die sie hinterlassen hat, kann man heute noch entdecken und erleben. Im Ausseerland hat sich dieser spezielle Charakter des feinen, nostalgischen Landlebens gut gehalten.
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AUF DEN SPUREN GROSSER DICHTER

Wer ins Ausseerland will, der kommt gewöhnlich von Nordenüber Bad Ischl und den Pötschenpass. Nach der Passhöhe rollt man entspannt talwärts hinunter vom 1804 Meter hohen Loser mit seinen leuchtenden Felsflanken. Von den Seen, die diese Gegend berühmt gemacht haben, ist nichts, aber auch wirklich nichts zu sehen. Auch der Hauptort Bad Aussee und Altaussee verstecken sich irgendwo weiter unten hinter dunklen Waldpassagen. Die Topografie hat den sanften Liebreiz einer Modelleisenbahnlandschaft mit gefälligen, sanften Hügeln und einsamen Villen auf grün leuchtenden Wiesen, eingerahmt von steilen Bergen. Ganz im Norden liegt eingebettet zu Füßen des Losers der Altausseer See, gerade mal zwei Quadratkilometer groß und gefüllt mit eindrucksvoll klarem Wasser, auf dem ein einsamer Ausflugsdampfer auf und ab schippert. Der Ort Altaussee liegt verstreut am Westufer, wo sich direkt am Wasser nostalgische Landhäuser mit blumengeschmückten Balkons in der typischen Ausseer Architektur mit Erkern und Gauben samt Schnitzereien und Fassaden aus Holz mit einigen Hotels abwechseln. Ein Klassiker ist der gut sechs Kilometer lange Uferrundweg um den See, den man im Ort beginnt.
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URIGE WIRTSHÄUSER AM UFER DES GRUNDLSEES

Der Grundlsee ist auf den ersten Blick der etwas unscheinbarere Nachbar des Altausseer Sees - auch wenn er doppelt so groß ist. Aber er hat speziell am langen und sonnenreichen Nordufer einiges zu bieten. Und das lässt sich am besten bei einem ausgedehnten Spaziergang entdecken. Dazu sollte man besser nicht den Weg direkt am Ufer, sondern besser einen der abwechslungsreichen Höhenwege in dezentem Abstand wählen. Am Start bei der Seeklause kommt man zum eleganten Seehotel direkt am Ufer, in dem ein junger Küchenchef aus Niederösterreich für eine kreative Mischung aus regionaler Küche und internationaler Kulinarik sorgt. Der Weg macht danach einen weiten Bogen links zum Hochufer auf dem Bräuhofweg - mit einem respektvollen Abstand vorbei an der Karajan-Villa, die der Großvater des berühmtesten österreichischen Dirigenten bauen ließ. Dann zieht sich der Weg schnurgerade vorbei an alten Ausseer-Wohnhäusern bis hin zur Kirche. Einige Meter später kommt man zu einer weiteren kulinarischen Institution: Der Alpengasthof Max Schraml ist nicht nur ein feines historisches Wirtshaus, sondern gehört auch längst zum Ausseer Kulturgut.
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