Samstag, 31. Oktober 2020
REISEfieber
urige Geschichten und charmante Unterkünfte der Alpenrepublik

ÖSTERREICH

Sehnsuchtsorte in den Bergen


Schon um die vorletzte Jahrhundertwende fuhren gestresste Städter in die „Sommerfrische" der alpinen Luftkurorte und an Bergseen. Anfang des 20. Jahrhunderts avancierten die Alpen endgültig zum Sehnsuchtsort. Der wahre Luxus aus heutiger Sicht war wohl die Zeitspanne, die man früher hier verbrachte: So waren zwei bis drei Monate Sommerfrische am gleichen Ort keine Seltenheit! Wenn man schon nicht in Monaten denken kann, sollte man zumindest darüber nachdenken, ein paar Tage dranzuhängen, um sich wirklich erholen zu können. Denn Zeit ist bekanntlich nichts, was man hat, sondern etwas, das man sich nehmen muss.


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KARLBAD IN DEN KÄRNTNER NOCKBERGEN

Das Karlbad ist ein über 300 Jahre altes Bauernbad und gilt als das letzte seiner Art in den Ostalpen. Inmitten der schönen Nockberge in Kärnten wird hier während der Sommermonate ein einzigartiger Brauch am Leben erhalten. Schon vor Hunderten von Jahren wusste man, wie man den Alltagsstress mit einem warmen Bad lösen und Krankheiten mit mehrtägigen Badekuren heilen und ihnen vorbeugen kann. Früher wie heute finden die traditionellen Bäder immer morgens statt. Als Badegast reist man daher am besten schon am Vorabend über die aussichtsreiche Nockalmstraße an oder genießt so wie wir eine Wanderung durch das herrliche Panorama der Ostalpen. Das Gästehaus verfügt über sieben einfach ausgestattete Doppelzimmer - kein Zufall, denn im Untergeschoss befinden sich genau 14 längliche Bottiche aus Lärchenstämmen. Am Vorabend bleibt ausreichend Zeit, um den Familienbetrieb näher kennenzulernen. Beim gemeinsamen Abendessen wird Kärntner Hausmannskost aufgetischt. Der Schweinebraten kommt aus dem Ofen und der Kaiserschmarrn aus der gusseisernen Pfanne. Zeit sollte man mitbringen, denn nur dann kann ein Badeaufenthalt seine volle Wirkung entfalten. Satt und zufrieden schläft man in der Stille des Biosphärenparks Nockberge.
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DIE NOCKBERGE

Eine alpine Landschaft mit für Österreich einmaligem Charakter: Statt steiler Felsen hat sich die Natur hier für sanfte Hügel entschieden. Weil die Almen heute noch bewirtschaftet sind, wächst hier eine Vielzahl an Kräutern und Blumen wie die im Frühsommer rosa blühenden Almrosen, gelbe Arnika oder das im Herbst zu Höchstform auflaufende Heidekraut. Hier blüht auch die Speikpflanze, eine alpine Baldrianart, die mit einem intensiven Geruch betört. Weltweit kommt sie in dieser Form nur hier in den Nockbergen vor. Die Standortbedingungen sind für die Pflanze optimal: kalkarme, saure Böden in baumlosen Höhenlagen ab 1800 Metern. Früher wurde Speik massenhaft ausgegraben und in den Orient exportiert. Heute ist dieses Recht lizensierten Bergbauern vorbehalten. Speik wird unter ande-rem zur Herstellung von Seife, zum Räuchern und als Bestandteil diverser Kosmetikprodukte verwendet.
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ZU BESUCH IN DER „KASLABN NOCKBERGE"

Wenn der Senner kein Käsekünstler ist, hilft kein Almparadies." So heißt es im Volksmund. Glücklicherweise beherrscht Michael Kerschbaumer die hohe Kunst der Käseproduktion. Mit seinem Rohmilchkäse bringt er ein Stück längst vergessene alte Käsekultur zurück nach Kärnten. Insgesamt 20 Biobetriebe beliefern die Käserei mittlerweile mit hochqualitativer Milch. Die bei der Käseherstellung entstehende Molke wird nicht entsorgt, sondern zur Fütterung von Schweinen und Jungvieh verwendet.
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